Zusatzversicherungen: Corona führt zu neuen Angeboten

1. Februar 2021 Aus Von Gerlach

Die Corona-Pandemie hat auch das Geschäft mit den Reiseversicherungen durchgeschüttelt – und tut das nach wie vor. „Die Krise hat der Touristik sehr deutlich aufgezeigt, wie verletzlich die tradierten Geschäftsmodelle sind“, sagt URV-Vertriebschef Alexander Piwonski. Denn auch die Produkte der Versicherer wollten Anfang des vergangenen Jahres auf einmal nicht mehr so recht zur neuen Wirklichkeit passen.

Die Nachfrage von Reisewilligen nach Policen, die sie bei einer Corona-Infektion vor oder während der Reise absichern, war und ist ungebrochen. Ebenso wichtig: Wer zahlt, wenn man als Kontaktperson oder aufgrund eines positiven Testergebnisses zu Hause oder im Urlaub in Quarantäne muss? Und was ist zu beachten, wenn das Reiseland vor oder während des Urlaubs zum Risikogebiet erklärt wird?

Lösungen für Schutz in Corona-Zeiten

Mit diesen Fragen setzen sich die Versicherer seit nunmehr fast einem Jahr auseinander. Galt am Anfang noch bei vielen die so genannte „Pandemie-Ausschlussklausel“, mit der Versicherungsleistungen im Zuge einer weltweiten Epidemie außer Kraft gesetzt wurden, haben nun alle Leistungsträger Lösungen gefunden, die ihren Kunden auch in Corona-Zeiten Schutz bieten.

Die Allianz Travel hat im Gegensatz zu einigen anderen Mitbewerbern keine Corona-Zusatzversicherung aufgelegt. Die Leistungen im Fall einer Erkrankung oder Quarantäne sind in der normalen Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung enthalten – und das sowohl bei Einzelreisen als auch bei den Jahrespolicen.

Einen Kurswechsel hat die Allianz Travel jedoch beim Thema Reisewarnung vollzogen: Schloss eine solche noch bis Anfang Dezember 2020 alle Versicherungsleistungen aus, greift der Reise-Krankenschutz nun auch bei einem Urlaub in einem „Corona-bedingten Risikogebiet“.

Zusatzversicherung, um rundum geschützt zu sein

Die Ergo Reiseversicherung geht einen anderen Weg und bietet den Corona-Schutz nur im Rahmen einer Zusatzversicherung an. Diese können Kunden auf eine bestehende Stornokosten- oder Reiseabbruchversicherung oder ein Rundum-Sorglos-Paket für Einzelreisen aufsatteln.

Die Police ist mit vier Euro mit Selbstbehalt und fünf Euro ohne Selbstbehalt recht günstig, deckt den Quarantänefall jedoch nicht ab. Möglich ist es auch, die Zusatzpolice zu einer bestehenden Jahresversicherung hinzuzubuchen. Dies muss allerdings für jede geplante Reise einzeln und spätestens 30 Tage vor Abreise geschehen.

In Überarbeitung ist derzeit der Covid-Schutz der URV. Dieser ist am 1. Februar an den Start gegangen. Vorgesehen ist nach Aussage von URV-Vertriebschef Alexander Piwonski „ein deutliches Mehr“ an Versicherungsschutz.

Reisebüros sollten bei der Vermittlung aufpassen

Bei der Hanse Merkur sind Erkrankungen an Covid-19 in den Produkten „Jahresschutz Platin und 5-Sterne-Premium-Schutz“ sowie „Jahresschutz Gold und 4-Sterne-Komfort-Schutz“ abgesichert, und zwar sowohl bei der Reiserücktritt- als auch bei der Reiseabbruchversicherung. Anders sieht es im Fall einer angeordneten Quarantäne zu Hause oder am Urlaubsort aus. Hierfür ist ein ergänzender Corona-Reiseschutz notwendig, dessen Prämie sich am Reisepreis bemisst.

Dieser kurze Überblick zeigt, dass Reisebüros ihren Kunden mit dem Verkauf der richtigen Versicherungslösung einen echten Mehrwert bieten können. Denn das Thema Corona wird der Reisebranche noch eine Weile erhalten bleiben. Da die Versicherungsbedingungen beim Thema Pandemieschutz ständig neu angepasst werden, ist es wichtig, immer den aktuellen Stand abzufragen.

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