Zukunftstage: Buller spricht sich für Notfallfonds aus

26. März 2020 Aus Von Gerlach

Michael Buller, Chef des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR), hat sich während der aktuellen Webinar-Reihe „Zukunftstage für den Reisevertrieb“ für die Einrichtung eines Notfallfonds ausgesprochen. Die Rückzahlung der Kundengelder sowie der Provisionen stelle derzeit das größte Problem für die Tourismusunternehmen dar und „bringt uns an den Rand des Abgrunds, wenn keine passende Lösung gefunden wird“. 

Laut Buller kommt der Geldfluss gerade völlig zum Erliegen, was einen Neustart umso schwieriger mache. Gegen eine Gutschein-Lösung, die in den vergangenen Tagen immer wieder ins Gespräch gebracht worden war, spreche unter anderem, dass auch Gutscheine bilanziert werden müssten. „Mit einem Gutschein ist zwar auch die Liquidität vorerst gesichert, aber es kommt zu einer bilanziellen Überschuldung“, sagte Buller.

Darüber hinaus sei die Umsetzung der Gutschein-Lösung zu kompliziert. Die Voraussetzungen zur Einrichtung eines Fonds seien bereits gegeben: „Wir haben die Daten aus den Midoffice-Systemen“.

Buller ist einer der Referenten, die am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag während einer digitalen Veranstaltung des touristischen Unternehmens „Tourismuszukunft“ rund um die Corona-Krise Hilfestellung und Tipps geben.

Der VIR-Chef und Ellen Madeker vom DRV forderten die Teilnehmer auf, auf die Notsituation der Branche aufmerksam zu machen. „Uns fehlt nicht nur das Geld wie den anderen Branchen auch, sondern es wird uns auch noch abgezogen“, sagte Madeker. Sie verwies auf die Kampagne des DRV „Wer reisen liebt, verschiebt“, die gut angelaufen sei.

„Wir sind schon einige Wochen weiter, als die anderen Branchen. Uns hat Corona bereits mit voller Wucht erwischt“, sagte Buller. Es komme nun darauf an, ob die Politik die Situation der Branche erkenne, erläuterte er und verwies auf einen Brandbrief, den zahlreiche Verbände und Unternehmen an die Bundeskanzlerin gesandt haben. (siehe hier). Darin fordern sie, das Nothilfeprogramm nachzubessern.

Probleme gibt es laut Buller beispielsweise bei der Beantragung der Überbrückungskredite. Die Hausbanken forderten eine Bürgschaft, zudem gehe der Zinssatz bis zu sieben Prozent. „Ich bin mir nicht sicher, ob das ein geeignetes Mittel ist.“

Als gut funktionierende Instrumente, um die Liquidität zu wahren, führte Buller Kurzarbeitergeld sowie Steuerstundungen an. Darüber hinaus wies er auf das Tool von TAA hin. Auf der Website des Dienstleisters www.taa.de können sich Unternehmen Hilfen für ein anstehendes Bankgespräch holen. 

Zahlreiche Unternehmen haben bereits Kurzarbeit angemeldet, wie eine Blitzumfrage von Michael Faber, Inhaber der Tourismuszukunft, ergab: Von rund 500 Teilnehmern gaben 49 Prozent an, sich bereits in Kurzarbeit zu befinden, 25 Prozent haben Kurzarbeit ab April angemeldet.

Das weitere Programm der Zukunftstage finden Sie hier

 
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