VUSR fordert Anschlussregelung für KUG

13. Januar 2022 Aus Von Gerlach

Noch bis 31. März 2022 gelten die Corona-Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld (KUG). Ab 1. April sind Unternehmer wieder auf sich allein gestellt und müssen zusehen, wie sie die Gehälter ihrer Mitarbeiter künftig stemmen. Dass dies zahlreiche Unternehmen, vor allem Reisebüros, in existenzielle Schwierigkeiten bringen wird, davon geht auch der Reisebüro-Verband VUSR aus. Dessen Mitglieder um Verbandschefin Marija Linnhoff fordern nun die Bundesregierung auf, eine Anschlussregelung auf den Weg zu bringen. 

Der Bund müsse angesichts der neuen schweren Corona-Welle die besondere Ertragssituation der Reisebüros berücksichtigen, heißt es in einer Pressemitteilung des VUSR. Vorgeschlagen wird, dass die flexiblen Möglichkeiten zum Einsatz des KUG verlängert werden sollen. Eine niederschwellige Kurzarbeitsregelung könnte den Bestand tausender Reisebüros mit vielen Arbeitsplätzen über die Krise hinaus sichern.

Linnhoff: Bezugsdauer in „begründeten Fällen" verlängern 

„Das Kurzarbeitergeld und die so genannte Kurzarbeitergeldverlängerungsverordnung haben sich als hocheffizientes Instrument erwiesen, viele Arbeitsplätze durch die Krise zu bringen, auch und gerade bei den Reisebüros“, argumentiert Linnhoff. Ihr zufolge wäre es ein Fehler, dieses Instrument in einer weiteren schweren Pandemie-Welle nicht mehr anzuwenden. „Der Bund wäre gut beraten, die Bezugsdauer in begründeten Fällen für unsere Branche über den 31. März zu verlängern oder ein entsprechendes Alternativinstrument in der Überbrückungshilfe V zu implementieren.“

Unter begründeten Fällen versteht die Verbandschefin unter anderem Reisebüros, die das Mittel der Kurzarbeit nicht bereits maximal ausgeschöpft haben. „Alternativ könnte im Zuge der Ü V ein erhöhter Personalkostenzuschuss erfolgen, der wie bisher monatsweise und umsatzabhängig erfolgt. Es gibt Möglichkeiten, dies zielgerichtet zu organisieren, auch im Interesse des Tourismusstandortes Deutschland.“

VUSR-Chefin fordert klares Signal von Politik

Linnhoff macht zudem noch einmal deutlich, dass kaum eine andere Branche so stark von der Corona-Pandemie betroffen sei wie die Reisebranche. „Bedingt durch die Besonderheit im Reisevertrieb, dass die Erlöse für die zurzeit intensive Beratungstätigkeit erst endgültig erwirtschaftet werden, wenn die Kunden tatsächlich die Reise angetreten haben, sind gerade die Reisebüros besonders anfällig für pandemiebedingte Schwankungen.“

Die meisten Reisebüros haben laut Linnhoff das Instrument der Kurzarbeit verantwortungsvoll eingesetzt. „Sie brauchen nun ein klares Signal von der Politik, wie der Weg aus der Pandemie heraus finanziell und personell zu stemmen ist.“

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