Vermögensverwalter Attestor kauft Condor

20. Mai 2021 Aus Von Gerlach

Das lange Bangen um die Zukunft von Condor hat endlich ein Ende. Der Vermögensverwalter Attestor übernimmt die Mehrheit des Ferienfliegers. Die entsprechenden Verträge haben beide Unternehmen am Donnerstag unterzeichnet. 

Demnach übernimmt Attestor zunächst 51 Prozent der Anteile von Condor mit der Option, den Rest zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben. Bis dahin bleibt die SG Luftfahrtgesellschaft im Auftrag von Bund und Land Hessen mit 49 Prozent im Boot.

Langfristiges Investment betont
Den Plänen zufolge bringt der neue Investor, der bislang noch nicht in der Luftfahrt aktiv war, 200 Millionen Euro frisches Eigenkapital ein und wird darüber hinaus weitere 250 Millionen für die Modernisierung der veralteten Langstreckenflotte von Condor zur Verfügung stellen.

Damit wird laut Condor nicht nur das rasche Hochfahren des Flugbetriebs in diesem Sommer gesichert. „Wir sind uns auch einig mit Attestor, was die langfristige Strategie angeht“, betont Condor-Chef Ralf Teckentrup. Alle 4.050 Arbeitsplätze bei der Fluglinie sowie dem unternehmenseigenen Wartungsbetrieb Condor Technik sollen erhalten werden.

Um diese nachhaltig zu sichern, unterstützen Bund und Land Hessen die Neuaufstellung von Condor mit einer Restrukturierung des KfW-Darlehens. Diese Maßnahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt einer beihilferechtlichen Genehmigung seitens der EU. Das verbleibende KfW-Darlehen werde Condor wie vereinbart fristgerecht zurückführen, heißt es. Weitere Details dazu nannte die Airline nicht.

Ende einer langen Leidensphase 
Mit der Übernahme geht eine lange Phase der Unsicherheit rund um den Traditionsflieger zu Ende. Seit der Pleite des Mutterkonzerns Ende September 2019 steckte die ehemalige Thomas-Cook-Airline in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die seit über einem Jahr grassierende Corona-Pandemie hatte die Lage verschärft. Überleben konnte der Ferienflieger, der sich von Oktober 2019 bis Ende November 2020 in einem Gläubigerschutzverfahren restrukturierte, bislang nur dank eines harten Sparkurses und zwei staatlichen Krediten in dreistelliger Millionenhöhe.

Weil wegen der sich hinziehenden Corona-Krise in diesem Frühjahr lange kein Neugeschäft hereinkam, war Condor zwischenzeitlich sogar schon wieder in Gesprächen für eine weitere staatliche Finanzspritze. Der momentan in Anspruch genommene KfW-Kredit in Höhe von 550 Millionen Euro reichte offenbar nicht aus, um neben der Tilgung des ersten Überbrückungskredits sowie der Bezahlung des Gläubigerschutzverfahrens auch die Kosten für den laufenden Betrieb zu bestreiten.

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