TUI-Franchise: Positive Signale, aber auch Abgänge

9. Juli 2021 Aus Von Gerlach

Während die Kritik am Reisebüro-Service von TUI Deutschland anhält, kommen aus dem Franchise-Vertrieb positive Signale. Viele der rund 500 angeschlossenen Büros haben „freudig zur Kenntnis genommen, dass sich TUI wieder um uns bemüht“, berichten Franchiser.

Ein besonderes Lob senden sie dabei in Richtung Franchise-Zentrale: „Das Engagement der Mitarbeiter dort ist hervorragend. Für die vielen Fehlentscheidungen der Geschäftsführung des Veranstalters können sie nichts“, hieß es mehrfach gegenüber touristik aktuell. 

Mit Spannung warten die Büros der Marken TUI Reisecenter, First und Hapag-Lloyd nun auf die neuen Franchise-Verträge. An ihnen wurde bereits vor Corona gearbeitet, zwischenzeitlich lag das Projekt auf Eis. Die große Frage für die meisten Inhaber: Geht TUI auf seine Franchise-Nehmer zu oder werden die Zügel noch straffer angezogen? Klare Ansage einiger Unternehmer: „Wenn das eintrifft, folge ich denen, die das Franchise-System bereits verlassen haben.“

Zu ihnen gehören inzwischen sogar einige große Büros, vor allem im Business Travel: Während Franchise-Anbieter wie LCC früher erfolglos Klinken putzten, werden sie inzwischen etwa von First-Reisebüros aktiv kontaktiert.

Soweit ist Marcus Dickmann, Geschäftsführer des First Reisebüros E+N Reisen in Mönchengladbach, allerdings noch lange nicht: „Ich habe seit 30 Jahren den TUI-Smiley auf der Stirn. Die aktuelle Situation wird mich so schnell nicht aus dem Franchise drängen.“

Gute Nachrichten gab es unterdessen für einige Mitarbeiter im Filialbereich. Nach langen Verhandlungen werden nur 55 eigene Reisebüros geschlossen – fünf weniger als ursprünglich geplant. Offen ist nach wie vor, inwiefern Filialen zusammengelegt werden und was das für die Mitarbeiter bedeutet. 

Insgesamt ist davon auszugehen, dass sich das Filialnetz bei TUI mittelfristig auf rund 400 Agenturen einpendelt.
 

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