TUI fährt zwei Milliarden Euro Verlust ein

13. August 2020 Aus Von Gerlach

Die anhaltende Corona-Krise geht dem Reisekonzern TUI mehr und mehr an die Substanz: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres fuhr das Unternehmen zwei Milliarden Euro Verlust ein. Die Zahl beschreibt das bereinigte Ebit. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus im gleichen Zeitraum knapp 200 Millionen Euro betragen.

Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen zeigt sich dennoch nicht unzufrieden. Durch „signifikante Kostensenkungen“ seien die Verluste im dritten Quartal deutlich eingegrenzt worden. Zudem generiere man wieder Neubuchungen.

„Ausreichend Liquidität“

Wie Joussen mitteilte, wolle man im vierten Quartal die laufenden Cash-Kosten decken und damit den „Cash-Break-even“ erreichen. Durch das neue Stabilisierungspaket der KfW über 1,2 Milliarden Euro werde die Position des Konzerns gestärkt, da „ausreichend Liquidität in einem volatilen Marktumfeld“ zur Verfügung gestellt werde.

Durch die Staatshilfen verfügt der Konzern eigenen Angaben zufolge nun insgesamt über Finanzmittel und Kreditlinien von rund 2,4 Milliarden Euro. Zur Verbesserung der Liquidität habe auch die Zusammenführung von Hapag-Lloyd Cruises und TUI Cruises geführt. Durch die Transaktion flössen dem Konzern weitere 690 Millionen Euro zu.  Damit sei das Geschäft über den Winter hinaus gesichert, so der TUI-Vorstandsvorsitzende.

Umbau des Konzerns geht weiter

Bereits am Mittwoch hatte Joussen angekündigt, die Neuausrichtung des Konzerns weiter vorantreiben zu wollen. Konkret spricht er von einem Wandel zu einem „digitalen Plattformunternehmen“. So solle TUI nach der Krise „stärker, schneller und effizienter" sein.

Um den Wandel vorantreiben zu können, setzt das Unternehmen auf weitere Einsparungen. Jährlich sollen die Kosten um 300 Millionen Euro gesenkt werden. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt: Joussen verwies unter anderem auf die Verkleinerung der TUI-Fly-Flotte und den Umbau des Geschäfts in Frankreich.

Darüber hinaus soll der Vertrieb weiter digitalisiert werden, vor allem in Großbritannien und Irland werden 166 stationäre Reisebüros geschlossen und zum Teil auf Home Office umgestellt. Damit schrumpft das Reisebüro-Filialnetz von TUI auf den Inseln auf 350 Agenturen.

Keine Prognose für das Geschäftsjahr

Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 ist laut Joussen weiterhin nicht möglich. Dennoch blickt er zuversichtlich in die Zukunft. Die Nachfrage nach Urlaub sei sehr hoch: Seit der Wiederaufnahme der Reiseaktivitäten seien konzernweit 1,7 Millionen Neubuchungen eingegangen.

Auch die Buchungen für den Sommer 2021 seien vielversprechend. Aktuell liegen diese um 145 Prozent über dem Vorjahreswert für diesen Sommer.

Mehr zu dem Stabilisierungspaket über 1,2 Milliarden Euro lesen Sie hier.

 
 
 
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