Touristiker aus Sachsen starten „Bus-Brücke“

8. März 2022 Aus Von Gerlach

Immer mehr Unternehmer aus der Touristik chartern Busse, um Geflüchtete aus der Ukraine sicher nach Deutschland zu bringen. Auch Thomas Moch, Inhaber mehrerer Reisebüros in Dresden und Radeberg, und Andreas Thomas, Inhaber der Reisebüros A-Teams in Schirgiswalde, Wilthen und Bautzen, waren in der Nacht zu Dienstag mit zwei Bussen an der polnisch-ukrainischen Grenze. 

Auf der Rückfahrt erzählen die beiden Touristiker am Telefon, wie die Idee entstand, wie sie sich vorbereitet haben und wie unglaublich groß die Hilfsbereitschaft in ihren Heimatregionen ist. 

Weitere Fahrten sind bereits geplant

Die Idee haben die Familie um Metallunternehmer Martin Düring aus Schirgiswalde und er gehabt, sagt Andreas Thomas. Er habe wiederum seinen Geschäftspartner Thomas Moch, der einen Busführerschein hat, ins Boot geholt. „Uns war klar, dass wir helfen müssen im Rahmen unserer Möglichkeiten“, sagt Moch. „Und da unser Bus sowieso derzeit nicht allzu oft genutzt wird, haben wir uns entschlossen, ihn für einen Hilfstransport zu nutzen und Frauen und Kinder mit nach Deutschland zu nehmen“, ergänzt Thomas. 

Ziel ist, eine „Bus-Brücke“ zwischen Deutschland und der Ukraine aufzubauen. Denn bei einem Hilfstransport soll es nicht bleiben. Weitere Fahrten sind bereits geplant, eine für den kommenden Samstag. „Dank der enormen Spendenbereitschaft können diese gut umgesetzt werden“, sagt Moch. Er sei überwältigt, wie viel Geld und Hilfsgüter in kürzester Zeit zusammengekommen sei. „Der Bus war auf der Hinfahrt bis obenhin mit Hygieneartikeln, Lebensmitteln & Co gepackt“, fügt Thomas hinzu. 

Im Vorfeld der Fahrt wurden Kontakte geknüpft

Rund 90 Menschen aus der Ukraine haben Andreas Thomas und Thomas Moch mit zwei Bussen abgeholt. Einer fährt nach Wilthen, einer nach Bautzen. „Wir haben vorher mit offiziellen Stellen wie Gemeinden, Pfarrgemeinden und Vereinen besprochen, wo die Menschen untergebracht werden“, erklärt Moch.

Und er weist darauf hin, dass ein Hilfstransport gut geplant sein muss. „Wir hatten eine Dolmetscherin dabei und haben vorher Kontakte in Polen und an der Grenze geknüpft. Zudem hatten wir eine Liste von Personen, die mit zurück nach Deutschland fahren werden“, sagt er. „Auch wussten wir vorher, wo wir die Unmengen an Hilfsgütern hinbringen können. Man kann sie ja nicht einfach an der Grenze abladen.“ So vorbereitet, habe alles gut geklappt. „Schließlich müssen ja auch die Lenkzeiten eingehalten werden.“ 

Während des Telefonats ist deutlich zu merken, dass das Erlebte beide Touristiker stark bewegt. „An Bord sind junge Frauen und Kinder, die nicht wissen, ob sie ihren Partner, ihren Vater wiedersehen“, sagt Moch. Das sei schlimm. Auch eine Frau aus der zerstörten ukrainischen Stadt Charkiw sei mit im Bus. „Ihre Eltern sind noch dort. Sie macht sich große Sorgen.“

Weitere Touristiker bündeln Kräfte

Während die Unternehmen aus Sachsen weitere Fahrten planen, haben Kurt Koch, Vorstand der Rita AG, Achim Steinebach, Chef des mobilen Vertriebsspezialisten Amondo, und Pia Emonds, Inhaberin des Reisebüros Reiseengel in Stolberg in Nordrhein-Westfalen, ihre Kräfte gebündelt. 

Emonds hatte am Montag einen Hilferuf von der polnisch-ukrainischen Grenze abgesetzt. Vor Ort fehlten Busse, die Menschen wollten alle weg, es herrsche Chaos. Nach einem Telefonat mit Kurt Koch, der am Freitag mit Achim Steinebach ebenfalls in einem Bus in das Grenzgebiet fahren will, habe man sich entschieden, gemeinsam mit vier Bussen nach Polen zu starten, sagt Koch.

Wer ebenfalls Hilfstransporte plant, erhält Tipps und Kontakte per E-Mail an ukraine-hilfe(at)mein-urlaubsglueck.de. Infos zur Bus-Brücke aus Sachsen findet man auf der Homepage der Initiatoren.

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