Studie: Wird künftig seltener verreist?

19. August 2021 Aus Von Gerlach

Das Reisebedürfnis der Deutschen soll zukünftig abnehmen. Das behauptet eine aktuelle Studie der Stiftung für Zukunftsfragen. Obwohl der Nachholbedarf nach Urlaub aufgrund der Corona-Pandemie derzeit sehr hoch sei, wollen die Deutschen in den nächsten Jahren seltener verreisen.

So sagten in der Studie fast zwei Drittel der Befragten, dass sie in Zukunft nicht mehr jedes Jahr verreisen möchten. Die Alternative sei Balkonien. Anfang der 1990er Jahren waren es laut der Studie nur halb so viele Bürger, die ihre Ferien zu Hause verbringen wollten.
 

Reiselust bei Singles, Familien und Älteren nimmt ab

Weniger Lust auf Urlaub hätten vor allem Singles, Familien und ältere Deutsche. Die 18- bis 24-Jährigen wollen hingegen weiter häufig in die Ferien.

Die wachsende Urlaubszurückhaltung ist laut der Studie nicht primär auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Andere Faktoren seien entscheidend, dazu zählt etwa die „Flugscham“. Speziell bei Kurzstreckenflügen steige der Rechtfertigungsdruck innerhalb der Bevölkerung. So sorge ein Wochenendtrip nach London oder Paris vermehrt für Unverständnis statt Bewunderung.

Zudem sorgten Phänomene wie Overtourism und ein wachsendes Unsicherheitsgefühl sowie das vergrößerte touristische Angebot der eigenen Stadt für einen Wandel weg vom Urlaub hin zu Balkonien.
 

Lieber ein neues Smartphone

Die durchschnittlichen Ausgaben für den Sommerurlaub liegen laut der Studie bei gut 1.000 Euro pro Person. Diese Summe könnte sich nicht jeder Bürger leisten. Außerdem stünde der klassische Urlaub verstärkt in Konkurrenz mit anderen Freizeitangeboten wie dem Besuch eines Freizeitparks oder der Anschaffung von Statussymbolen wie dem neuesten Smartphone.

Die Macher der Studie erklären abschließend, dass sich der Urlaub in Zukunft verändern wird. Denn die Ansprüche, Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Deutschen hätten sich gewandelt. Gefragt seien künftig Authentizität und Ursprünglichkeit statt standardisierter Angebote. Deshalb müsse sich die Tourismusbranche zwar nicht neu erfinden, aber weiterentwickeln und Innovationen nicht nur im digitalen Bereich vorantreiben.

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