Stornos: Reisebüros dürfen nicht „bestraft“ werden

9. März 2020 Aus Von Gerlach

Die Reisebüro-Kooperation Best Reisen hat die Branche dazu aufgerufen, die Mehrarbeit und den Einsatz der stationären Reisebüros im Zusammenhang mit dem Coronavirus angemessen zu vergüten. Zurzeit sehe es eher danach aus, dass der Vertrieb durch Provisionsausfälle „regelrecht bestraft“ werde, kritisiert Vorstand Cornelius Meyer.

Best-Reisen unterstütze daher die vom VUSR vorgeschlagene Idee eines runden Tisches für die Branche. Dieser könne dabei helfen, Fragen zwischen Produzenten und Vertrieb zu klären, eine branchenübergreifende Kommunikationsstrategie an die Endkunden zu entwickeln und den Kontakt zur Politik zu koordinieren.

„Gegenwärtig erreichen uns jeden Tag Meldungen von eingestellten Flugstrecken, stornierten Pauschalreisen, geänderten oder abgesagten Kreuzfahrtrouten, verwaisten Zielgebieten und Insolvenzen“, so Meyer.  Diese Nachrichten wirkten manchmal „wie eine einzige Empfehlung, nicht zu reisen“.

Dies sei folgenschwer, zumal die Thomas-Cook-Insolvenz noch nicht verarbeitet und die Frage der Kundengeldabsicherung nicht geklärt sei. „Es gilt aufzupassen, dass aus einer schwierigen, aber bewältigbaren Situation keine Krise wird“, so Meyer.

Gewaltiger Mehraufwand

Wichtig sei zudem, dass der stationäre Vertrieb „endlich aus der Mehrarbeits-Falle geholt“ werde. „Gerade die Reisebüros leisten wieder einmal Aufklärungs- und Informationsarbeit gegenüber verunsicherten Kunden, für deren Bezahlung sich keiner verantwortlich sieht“, mahnt Meyer.

Kostenlose Stornoangebote seien zwar eine gute Marketing-Idee, sorgten aber im Fall der Fälle für hohe Verluste im Vertrieb – obwohl die Beratungs- und Vermittlungsleistung erbracht wurde, moniert der Vertriebsexperte und ergänzt: „Reisebüros helfen den Veranstaltern, klären Kunden von Online-Portalen auf und sorgen für eine Beruhigung in all der Hysterie. Sie handeln damit also vollkommen im Sinne der Politik und sollten dafür fair entschädigt werden!“

Genau dies werde aber wieder einmal nicht honoriert, ärgert sich der Vorstand von Best-Reisen und fürchtet, „dass die Reisebüros am Ende wieder die Letzten in der Reihe sind, obwohl sie jetzt die eigentliche Front bilden“.

Appell an DRV

Die Branche müsse deshalb „geschlossen handeln und die Politik ins Boot holen“, fordert Meyer und hofft dabei auch auf die Unterstützung durch den DRV. Reisebüros bräuchten „möglichst rasch“ sichere Auskunft über mögliche Unterstützungsleistungen. Zudem müssten Haftungs- und andere Rechtsfragen „zügig, rechtssicher und umsetzbar geklärt werden“. Die Branche sollte sich „dringend gemeinsam Gedanken darüber machen, wie wir das Vertrauen der Kunden wahren und stabilisieren“, so der Best-Reisen-Vorstand.

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