Pauschalreisen: Auch nach Corona flexiblere Storno-Tarife

10. März 2021 Aus Von Gerlach

Für Umbuchungen und Stornierungen von Pauschalreisen wird es auch nach der Corona-Pandemie flexiblere Möglichkeiten geben als vor der Pandemie. Davon ist Ingo Burmester, Europa-Chef von DER Touristik, überzeugt. Die Bedingung: Wer besonders flexibel sein will, muss einen geringen Aufpreis akzeptieren.

Die Bereitschaft der Kunden dafür ist da, vor allem in der aktuell unsicheren Corona-Zeit. So nutzten etwa 70 Prozent der Kunden, die in den letzten Wochen eine Pauschalreise bei DER Touristik buchten, das neue „Super-Sicher-Sorglospaket“ des Konzerns, berichtete Burmester während einer Podiumsrunde auf der heutigen ITB NOW.

„Kunden haben Angebot verstanden“

Das gleiche gilt für TUI: „Die Kunden haben das neue Angebot verstanden – und sie nutzen es“, berichtete auch Deutschland-Chef Marek Andryszak. Dass die Buchungen insgesamt noch nicht in Schwung gekommen seien, habe andere Gründe: „Es gibt derzeit einfach zu viele Hindernisse, die die Menschen zurückhalten“, so Andryszak.

Genau diese Erfahrungen macht auch Studiosus-Manager Guido Wiegand. Obwohl Studiosus für 2021 bei Buchungen sogar auf die Anzahlung verzichte und großzügige Storno-Bedingungen biete, sei die Nachfrage gering. „Die Menschen haben Angst, sich im Zielgebiet anzustecken“, berichtet Wiegand und verweist auf entsprechende Umfragen unter Studiosus-Kunden. Deren Botschaft: „Wir warten mit den Reiseplänen, bis wir geimpft sind“.

Andere Situation bei Gruppenreisen

Dass ein Gruppenreisespezialist wie Studiosus langfristig flexible Stornomöglichkeiten à la DER Touristik und TUI anbietet, schließt Wiegand aus. Bei Gruppenreise gehe es immer auch um die Mindestteilnehmerzahl – und dies schränke die Flexibilität deutlich ein, erklärte der Vertriebs- und Marketing-Chef des Münchner Veranstalters.

TUI und DER Touristik wiederum schließen den Wegfall von Anzahlung für die Zeit nach Corona kategorisch aus. Zum einen sei die Höhe der Anzahlung sehr überschaubar. Die zahle der Kunde im Normalfall ohne zu murren, „denn er will ja reisen“, so TUI-Manager Andryszak.

Hinzu kämen Leistungen in den Zielgebieten, die ohne Vorauszahlung nicht so funktionieren würden wie bisher. So würden mit den Anzahlungen der Kunden unter anderem in den Wintermonaten Hotels renoviert – und davon profitierten Burmester zufolge die Urlauber im Sommer.

Rechtzeitiges Buchen empfohlen

Dass sich rechtzeitiges Buchen auch in diesem Jahr lohnt, davon sind sowohl Andryszak als auch Burmester überzeugt: Das aktuell bestehende Risiko, ob man am Ende reisen kann oder nicht, werde durch Flextarife abgefedert. Zudem könne man sich jetzt die Wunschunterkunft sichern.

Ob dies am Ende des Sommers oder kurz vor den Herbstferien noch möglich sein wird, bezweifelt DER-Touristik-Mann Burmester: „Die Nachfrage für den Herbst ist sehr hoch.“  Der aktuell wichtigste Kundenwunsch dabei sei eine größtmögliche Flexibilität.

NCL: Umbuchungskulanz verlängert

Die bietet der Kreuzfahrtanbieter NCL schon seit Jahren: Für 50 Euro bietet die Reederei dort traditionell an, geplante Kreuzfahrten zu verschieben. Wechselt der Kunde auf eine teurere Reise, werde dieser Aufschlag sogar erstattet, berichtete NCL-Manager Kevin Bubolz. Dennoch spüre auch er eine gewisse Zurückhaltung – vor allem für das laufende Jahr.

Langfristig zeigte sich Bubolz jedoch sehr optimistisch: „Die Vorausbuchungen für 2022 und 2023 sind sehr gut.“ Dies zeige, dass die Leute reisewillig seien und auch der Kreuzfahrt weiter gewogen blieben.

Um das Geschäft für 2021 anzukurbeln, habe die Reederei ihre „Peace-of-Mind“-Aktion verlängert: Gäste können Kreuzfahrten bis zum 30. November bis zu 48 Stunden vor Antritt kostenfrei umbuchen oder stornieren. Im Storno-Fall werden alle geleisteten Zahlungen zu 100 Prozent in Form einer Gutschrift erstattet, die bis 31. Dezember 2022 eingelöst werden kann.

 
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