Mit dem Wohnmobil nach Finnland

10. Dezember 2020 Aus Von Gerlach

Wer Finnland mit dem Wohnmobil bereisen will, hat mehrere Möglichkeiten. Wohnmobilbesitzer, die gerne mit ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sind und von Deutschland aus anreisen, können beispielsweise entweder die längere Überlandroute wählen oder mit der Fähre nach Finnland einreisen. Eine mögliche Variante wäre die direkte Fährroute vonTravemünde nach Helsinki. Bei der etwas mehr als 1.130 Kilometer langen Strecke ist mit einer Fahrzeit von 29 Stunden zu rechnen. Für viele mag dies sogar die bequemste Form der Anreise sein, sofern man während der Reise über die Ostsee nicht seekrank wird. Die dritte elegante Alternative ist auch bei vielen sehr beliebt – die Anmietung eines Wohnmobils ab Helsinki. Gerade wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist, kann dies die beste Wahl sein, wenn man sich beispielsweise die tägliche Mietgebühr gemeinschaftlich teilt.

Allgemeine Verkehrsinfos

Grundsätzlich verfügt Finnland über ein recht gut ausgebautes Straßennetz, wobei man wissen muss, dass große Teile nicht befestigt sind. Städtereisende können sich idealerweise auf den Staatsstraßen oder Hauptstraßen bewegen, über die sämtliche Städte problemlos erreichbar sind. Zudem gibt es auch ein paar Autobahnen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung in Finnland ist ähnlich wie in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Auf den Landstraßen außerorts darf sogar 80 gefahren werden. Innerhalb der Städte sind meist 50 oder bei schlechter Witterung 40 km/h erlaubt. Auf befestigten Autostraßen gilt für Pkws 100 und auf den Autobahnen maximal 120 km/h. Für Wohnmobile gilt jedoch grundsätzlich maximal 80 km/h. Wie man sieht, sind das Geschwindigkeiten, mit denen man als Wohnmobilfahrer zufrieden sein kann.
Aber Achtung: Man sollte sich unbedingt genau an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten, denn sonst kann es richtig teuer werden! Und die Bußgelder werden teilweise nach dem Einkommen berechnet. Die Promillegrenze ist wie in Deutschland: Es werden maximal 0,5 Promille toleriert.

Eine weitere Grundregel ist, dass ganzjährig mit eingeschaltetem Abblendlicht gefahren werden muss. Im Winter zwischen Dezember und Februar ist Winterbereifung erforderlich und anstelle von Schneeketten verwenden die meisten Fahrer in Finnland die zwischen November und März zugelassenen Reifen mit Spikes. Staus sind in Finnland kein Problem. Es kann allerdings schon häufiger vorkommen, dass man von einem oder mehreren Rentieren oder Elchen aufgehalten wird. Sollte es dann tatsächlich mal zu einem Unfall kommen, ist in jedem Fall die Polizei zu informieren. Weiterhin sind auch aus Gründen der Sicherheit bei einfachen Pannen Warnwesten zu tragen. Dies gilt für sämtliche Insassen, die das Fahrzeug verlassen.

Natur pur in Finnland

Finnland ist das Land der unberührten Wildnis und Naturreservate, der idyllischen Wald- und Seelandschaften und die Heimat der Samen. Was dieses Land prägt und auch seine Besucher immer wieder verzaubert, ist die Naturnähe, das Landleben und die typisch finnischen kulturellen Traditionen. Und besonders für viele Naturliebhaber ist Finnland ohne Frage das nächste Level im großen Abenteuer ihres Lebens. Verständlich, denn es ist außergewöhnlich, steckt voller interessanter Gegensätze und hat auch in kultureller Hinsicht so vieles zu bieten.

Wildcampen in Finnland?

Finnland ist ein überaus camper- und wohnmobilfreundliches Land. Wildcampen mit dem Wohnmobil ist jedoch nicht erlaubt. Zwar gibt es auch in Finnland das sogenannte Jedermannsrecht, was jedem Camper prinzipiell erlaubt, auf öffentlichen Plätzen fast überall für eine Nacht sein Lager aufzuschlagen, aber dieses bezieht sich nicht auf Fahrzeuge. Denn in Finnland wird Naturschutz großgeschrieben. Außerhalb von Campingplätzen darf man im Wohnmobil nur auf dafür vorgesehenen Rastplätzen oder unmittelbar am Straßenrand übernachten. Weiterhin sollte man sich auch immer im Vorfeld erkundigen, ob man an einem bestimmten Ort übernachten darf, und sich am besten gegebenenfalls die Erlaubnis der jeweiligen Eigentümer einholen.

Campen und Wandern bei Savonlinna

In Finnland gibt es zahllose Naturparks, die sich besonders während der Sommermonate ideal zum Campen, Schwimmen, Angeln und Wandern eignen. Und vielerorts hat man Urlaubshäuser errichtet, die den Touristen etwas mehr Komfort bieten und den Aufenthalt noch angenehmer gestalten. Speziell die ostfinnischen See-Regionen sind bekannt für ihre paradiesisch verschlafenen Fleckchen mit Seeblick, Strand und Erholungsfaktor. Die Stadt Savonlinna im Osten Finnlands befindet sich 330 Kilometer nordöstlich Helsinkis und nur etwa 40 Kilometer südlich des Linnansaari-Nationalparks mitten auf einer Übergangsstelle zwischen Inseln. Die nächste Camping-Gelegenheit bietet sich beispielsweise im sieben Kilometer entfernten Sun Camping. In Savonalinna befindet sich die im Jahr 1475 erbaute und unvergleichlich imposante Festung Olavlinna.

Helsinkis Kulturjuwel

Wer über Helsinki einreist, muss die Gelegenheit beim Schopfe packen und die zum UNESCO-Welterbe gehörige Suomenlinna-Festung auf der vorgelagerten Insel besichtigen. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist mit einer Fähre erreichbar. Aber man sollte Zeit mitbringen, denn sie erstreckt sich über die gesamte Insel, ist teilweise sowohl von außen als auch innen zu besichtigen und bietet viele malerische Stellen, die zum Verweilen und Träumen einladen. Zudem gibt es tolle Aussichtsplattformen und ein paar Museen wie zum Beispiel das Spielzeugmuseum. Ein kleines Extra auf der Insel ist das Museums-U-Boot der finnischen Marine mit der Bezeichnung Vesikko. Es befindet sich in direkter Ufernähe auf einem Trockendock und ist ebenfalls zeitweise begehbar.

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