Kundengeld: Erhöhung könnte für Veranstalterpleiten sorgen

28. Oktober 2019 Aus Von Gerlach

Würde der Kundengeldsicherungstopf, der bislang auf 110 Millionen Euro gesetzlich gedeckelt ist, erhöht, hätte dies Konsequenzen für die Touristikbranche. Davon ist zumindest Detlef Schroer, Vertriebschef von Schauinsland-Reisen, überzeugt: „Die Vielfalt der Reiseveranstalter könnte signifikant sinken“, warnte er auf einer Podiumsdiskussion des Reisebüro-Verbands VUSR in Frankfurt am Main.

Vor rund 60 Reiseverkäufern erklärte Schroer: „Es gibt Veranstalter, die einen höheren Versicherunggschein bekämen, für andere wäre er wohl nicht bezahlbar.“ Der Vertriebsexperte bezeichnete die mögliche Erhöhung als „Eintrittshürde“ für manche Anbieter.

An der Gesprächsrunde auf der VUSR-Jahrestagung nahm auch der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel von den Grünen teil. Seine Fraktion scheiterte kürzlich im Bundestag mit dem Antrag, die bisherige Summe auf mindestens 300 Millionen zu erhöhen (siehe hier). Tressel sprach sich weiterhin für eine Anpassung der Absicherungssumme aus: „Das Sicherungsversprechen der Pauschalreise soll Bestand haben. Wir brauchen ein funktionierendes Absicherungssystem.“

Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff forderte indes, die Lücke zwischen Versicherungssumme und entstandenen Schaden zu schließen. Im Gespräch mit touristik aktuell kündigt sie eine Klage an. „Wir gehen notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, um Berlin in die Staatshaftung zu klagen.“

Die Diskussion um die Erhöhung der Kundengelder kocht derzeit hoch, weil die Summe von 110 Millionen Euro wohl nicht ausreichen wird, um alle betroffenen Kunden von der Cook- und Tour-Vital-Insolvenzen komplett zu entschädigen.

Source: https://www.touristik-aktuell.de/rss-feed/kategorie/nachrichten/rss.xml

Teilt uns