Kreuzfahrt-Initiative: Botschaft für die Politik

22. Oktober 2020 Aus Von Gerlach

Der neue politische Ausschuss der Kreuzfahrt-Initiative (KI) wendet sich mit einem Brandbrief an die Bundesregierung. Darin fordert die Vertriebsallianz eine Nachbesserung bei den Überbrückungshilfen.
Adressiert ist das Schreiben an Finanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Tourismus in der CDU/CSU, Paul Lehrieder, den Tourismusbeauftragten der Bunderegierung, Thomas Bareiß, sowie an Marcel Klinge, Tourismuspolitischer Sprecher der FDP.

Zwar drückten die Unterstützungen durch Soforthilfe, Überbrückungshilfe und KfW-Kredite „die Wertschätzung auch gegenüber der Tourismusbranche deutlich aus“, so die KI. Doch wegen „verwaltungsseitig erheblicher Hindernisse“ komme die politisch gewollte Hilfe bei den notleidenden Unternehmen nicht immer an.

Die KI weist darauf hin, dass die KfW-Sonderkredite deutlich vor den Überbrückungshilfen als Corona-Maßnahme eingeführt worden seien und somit ein Zusammenwirken von Kredit und Hilfen nicht absehbar gewesen und somit nicht angemessen sei.

Zudem beschere die Deckelung der Überbrückungshilfen großen „Innovations- und Marktführern in der Branche“ einen erheblichen Wettbewerbsnachteil, bemängelt die KI. Auch die Deckelung der Personalkosten, die zur Bewältigung der Reiseabsagen und Kundenanfragen nötig sind, fallen mit 20 Prozent zu niedrig aus, heißt es in dem Schreiben. „Völlig unverständlich ist, warum die Unterstützung an diese Deckel stößt und an ein Großteil an Auflagen geknüpft ist, die dafür sorgen, dass aus dem Hilfsfond bisher nur ein Bruchteil abgerufen werden konnte und viele gesunde Unternehmen nicht an die notwendigen Förder-Hilfstöpfe gelangen.“

Der Vertriebsverbund bitte die Bundesregierung „eindringlich, den Weg durch die Verwaltung dahingehend zu verschlanken, dass die Hilfsgelder auch dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden“.
Spätestens 2021 könnten einige Kriterien der Überbrückungshilfen nicht mehr eingehalten werden. Dies betreffe insbesondere die nicht erhaltenen oder zurückzuzahlenden Provisionen. Dann gebe es nur noch wenige abgesagte Reisen, weil sich Kunden derzeit extrem zurückhielten. „Ohne nennenswertes Neugeschäft seit März 2020 wird dieser Bezug dann gegenstandslos sein“, so die KI.

Daher brauche die Branche für 2021 ein Umsatzbezug auf das Jahr 2019 und die Zusage, dass sich zukünftige Überbrückungshilfen hieran orientieren. Es sei wichtig, in naher Zukunft Wege zu finden, wie Reisen auch unter Corona-Bedingungen stattfinden können. Hier gelte es, „intelligente Test- und Quarantänestrategien mit den Anbietern gemeinsam zu entwickeln“. Damit die Branche aus eigener Kraft weitermachen könne.

 
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