ITT Ferien Pur: Ärger um neue Agenturverträge

25. März 2021 Aus Von Gerlach

Mit einem neuen Agenturvertrag hat Türkei-Veranstalter ITT Ferien Pur für großen Unmut am Counter gesorgt. In diesem ist unter Punkt 3 geregelt, dass die Agentur künftig an ITT Buchungsgebühren zahlen muss: 19 Euro werden für eine Hotel-only, 29 Euro für eine Pauschalreisen- und 15 Euro für eine Flight-only-Buchung fällig. Für die Vermittlung werden zudem keine Provisionen mehr gezahlt. Die Agentur darf den Verkaufspreis selbst bestimmen, heißt es in dem Schreiben. 

Des Weiteren teilt der Veranstalter mit, dass zusätzlicher Service kostenpflichtig hinzugebucht werden könne: Der sogenannte ITT-Support schlägt mit 15 Euro pro Vorgang zu Buche, der ITT-Reklamations-Support mit 40 Euro pro Vorgang. Der Support ist laut ITT Voraussetzung, um beispielsweise einen Name Change oder eine Umbuchung vorzunehmen.

Darüber hinaus stellt ITT von Direkt- auf Agenturinkasso um. Insgesamt erhalte die Agentur so „mehr Verkaufspreis-Flexibilität“. „Gerade in Zeiten wie diesen sollten wir uns verstärkt füreinander einsetzen“, heißt es in dem Schreiben.

Die Verärgerung am Counter über dieses Modell ist groß. Auch Ralf Waitschies, Inhaber des Reisebüros Miramar in Reinbek, ist fassungslos. Allein der Betreff der E-Mail sei ein Witz gewesen, sagt er. „Wir stellen um von Direkt- auf Agenturinkasso“ laute dieser. „Und dann in der E-Mail beiläufig weiterzuschreiben, dass die Provisionen wegfallen und man darüber hinaus noch Buchungsgebühren und Gebühren für den Support zahlen müsse, ist ein absolutes Unding“, sagt Waitschies.

Mit partnerschaftlichem Miteinander habe dies aus seiner Sicht nichts mehr zu tun. „Eigentlich bin ich ein Freund davon, kleinere Veranstalter zu unterstützen, aber an dieser Stelle endet das gemeinsame Miteinander. „Kündigen muss ich ja nicht, da ITT mit der Umstellung von Direkt- auf Agenturinkasso die Agenturverträge selbst aufgekündigt hat. Aber einen neuen Vertrag werde ich garantiert nicht abschließen“, sagt Waitschies.

Doch nicht nur Unmut ist aus den zahlreichen Kommentaren in den Sozialen Medien herauszulesen. Auch die Sorge ist groß, dass ITT lediglich der erste Veranstalter ist, der diesen Weg einschlägt. Andere könnten folgen.

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