ITB Berlin: Experten rechnen mit gutem Sommer

13. April 2022 Aus Von Gerlach

Die ITB Berlin und das Marktforschungsinstitut Statista blicken zuversichtlich in die Zukunft: Laut dem Statistas Mobility Market Outlook beträgt das Wachstum der Reisebranche in diesem Jahr weltweit rund 48 Prozent und steigt somit auf mehr als 637 Milliarden US-Dollar an, heißt es in einer Pressemitteilung, die ITB Berlin und Statista im Nachgang zur diesjährigen Reisemesse veröffentlicht haben. Demnach soll die Branche die Corona-Pandemie bereits 2023 hinter sich lassen und das Vorkrisenniveau um fünf Prozent übertreffen. 

Wachstumstreiber ist neben der Kreuzfahrt (+180 Prozent zum Vorjahr) die Hotellerie. Laut dem Mobility Market Outlook wächst die Hotellerie um 57 Prozent als größtes Marktsegment im Tourismus voraussichtlich stärker als Privat- und Ferienwohnungen sowie Pauschalreisen. 

Ukraine-Krieg: „Vermutlich keine erdrutschartigen Auwirkungen"

Doch inwieweit wird sich der Krieg in der Ukraine auf die Reise- und Tourismusindustrie auswirken? In der Prognose von ITB Berlin und Statista Q war dieser nicht berücksichtigt worden. In ihrer Untersuchung ziehen sie Daten der Weltorganisation für Tourismus (UNTWO) heran, denen zufolge Russland und die Ukraine im Jahr 2019 einen Anteil von rund drei Prozent an den globalen Tourismus-Ausgaben im grenzüberschreitenden Reiseverkehr hatten. „Sollte sich der Krieg nicht ausweiten, wird er vermutlich keine erdrutschartigen Auswirkungen auf die globale Reisebranche haben“, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Dennoch könnte der Krieg einzelne Märkte stärker betreffen als andere: In Zypern machten russische Touristen bislang 25 Prozent aller internationalen Besucher aus – ein Wegbleiben könne bis zu zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes kosten, heißt es.

Auch die Türkei verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 30 Prozent der ausländischen Besucher aus Russland und der Ukraine. Da die türkische Regierung – im Gegensatz zu Zypern – noch keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat, sei bislang unklar, wie stark die türkische Tourismusbranche betroffen sein wird. 

Urlaubslust der Deutschen ist zurück

Trotz der Krisen ist laut ITB Berlin die Urlaubslust zurück. Dem Global Consumer Survey (GCS) von Statista zufolge planen mehr als 62 Prozent der Deutschen mindestens einen Trip in den kommenden zwölf Monaten. Der Nachholeffekt werde auch an anderer Stelle sichtbar, schreibt die ITB Berlin und beruft sich auf den Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft. Diesem zufolge werden 2022 im touristischen Segment drei Prozent mehr Sitzplätze angeboten als im Sommer 2019. 

Ziele in Europa stehen dabei hoch im Kurs. Laut GCS planten 54 Prozent der Menschen, die in diesem Jahr reisen möchten, ihren Urlaub in Europa, Asien belegt mit 18 Prozent den zweiten Platz. 

Auch der Frage, inwieweit sich die Corona-Pandemie auf das Reiseverhalten ausgewirkt hat, gehen ITB Berlin und Statista nach. „Es ist kein Geheimnis, dass die Pandemie das gesamte touristische Verhalten der Urlauber verändert hat – national, aber auch international“, heißt es. Laut GCS habe das Coronavirus Einfluss auf das Reiseverhalten von 90 Prozent der Reisenden aus Deutschland, Großbritannien und den USA. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass die Veränderungen von Dauer sein werden. 

36 Prozent wollen mehr für Urlaubsreisen ausgeben

Unverändert bleiben hingegen die wichtigsten Kriterien, nach denen Urlauber ihr Ziel auswählen. Entscheidend sind weiterhin das Wetter, die Natur, die Sicherheit vor Ort, Sehenswürdigkeiten und der Preis. 36 Prozent der Befragten in Deutschland sind bereit, mehr für ihren Urlaub auszugeben als vor der Pandemie. 31 Prozent planen hingegen, günstiger Urlaub zu machen. „Letztlich kann die Tourismus-Branche also auf einen erholsamen Sommer hoffen, der in manchen Segmenten und Destinationen unter wirtschaftlicher Betrachtung bereits an das Vorkrisenniveau anknüpft“, schreiben ITB Berlin und Statista. 

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