Finnland setzt auf Nachhaltigkeit

23. April 2021 Aus Von Gerlach

Finnland hat sehr viele sehr gute Argumente, wenn es um naturnahes Reisen geht: Endlose Wälder, 188.000 Seen, die sauberste Luft der Welt und im Norden des Landes wohnen nur zwei Menschen pro Quadratkilometer. Um aus „naturnah“ „nachhaltig“ zu machen, hat Visit Finland im Jahr 2019 das Label „Sustainable Travel Finland“ (STF) ins Leben gerufen.

„Der nachhaltige Tourismus zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen ökologischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten herzustellen“, erklärt Liisa Kokkarinen, die bei den Tourismuswerbern für die Umsetzung des Programms zuständig ist. Betriebe, die sich mit dem Label schmücken wollen, müssen also nicht nur Vorgaben zum Umweltschutz erfüllen, sondern auch den sozialen und kulturellen Aspekt mitdenken. Mittlerweile haben 76 Unternehmen sowie die Gemeinde Posio in Lappland als erste Destination das STF-Label erhalten. Weitere 600 Betriebe haben sich dafür beworben.

„Es freut mich sehr, dass das Bewusstsein für das Thema so weit verbreitet ist“, sagt auch Jyrki Oksanen, der bei Visit Finland die deutschsprachigen Märkte betreut. „Wir streben an, das nachhaltigste Reiseland der Welt zu werden – und wenn ich mich so umschaue, sind nicht allzu viele Konkurrenten in Sicht.“

Einer der entscheidenden Aspekte bei der Verwirklichung dieses Ziels ist die Reduzierung von CO2-Emissionen. Bis 2035 möchte Finnland klimaneutral sein und macht dabei auch den großen Tourismusunternehmen Druck. „Wir bieten allen Reedereien, deren Schiffe bei uns anlegen, kostenlosen Landstrom an“, sagt Oksanen. „Viele lassen trotzdem lieber weiter ihre Motoren laufen – das muss sich ganz schnell ändern.“ In Sachen Flugverkehr sollen Inlandsstrecken mit Elektroflugzeugen oder anderen alternativen Antrieben zurückgelegt werden und auch die großen Fährgesellschaften Silja Line und Viking Line haben sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren ohne fossile Brennstoffe auszukommen.

Reisebüros, die sich über das Reiseland Finnland informieren möchten, können dies demnächst in einem E-Learning tun. Es soll im Juni an den Start gehen und sich natürlich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

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