Fehlende Öffnungsperspektive: Demo in Berlin geplant

4. März 2021 Aus Von Gerlach

Der Aufschrei in der Touristik ob der jüngsten Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern ist groß. „Natürlich respektieren wir die Entscheidung der Bundesregierung zur Verlängerung des Lockdowns in Deutschland. Nichtsdestotrotz sind wir der Überzeugung, dass eine Lockerung der Regulierungen sowohl für den inländischen als auch für den internationalen Tourismus möglich und vertretbar gewesen wäre“, kritisiert beispielsweise FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller. 

Laut Schiller sind alle Marktteilnehmer und Partner „mit umfassenden, detaillierten Sicherheits- und Hygiene-Konzepten auf den Re-Start vorbereitet“. Darüber hinaus habe man im vergangenen Sommer bewiesen, dass sicheres Reisen mit einer entsprechenden Testinfrastruktur „risikofrei“ möglich sei. 

DRV: Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens „enttäuschend“

Nicht nur Schiller fordert eine Öffnungsperspektive für den Tourismus. Auch der DRV meldet sich nach dem jüngsten Bund-Länder-Treffen zu Wort. Die Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz seien „enttäuschend“ und machten die Branche „fassungslos“. 

Die Tourismusbranche mit ihren drei Millionen Beschäftigten in Deutschland sei nicht einmal im Konzept erwähnt worden, heißt es in einer Mitteilung des DRV. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Bundesregierung durch eine Verlängerung des Lockdowns davon ablenken will, dass das Impfen nur im Schneckentempo vorangeht, dass weder ein schlüssiges Testkonzept vorliegt, noch ausreichend Schnelltests zur Verfügung stehen“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. Das müsse sich schnellstmöglich ändern. „Ohne eine Strategie für einen Restart werden noch mehr Unternehmen in der Reisewirtschaft aufgeben müssen.“ 

Demo am 22. März in Berlin 

Für eben eine solche Strategie und Öffnungsperspektive wollen Touristiker am 22. März, zwei Tage vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen, in Berlin auf die Straßen gehen. Organisator ist das Bündnis „Wir alle sind Touristik“ um Jörg Franzen, Anke Mingerzahn, Marion Tibursky, Petra Dyck und Michael Draeger. Während das Motto der Demonstration mit „Reisen, aber sicher!“ bereits feststeht, werde an den weiteren Forderungen noch gefeilt, sagt Franzen im Gespräch mit touristik aktuell.

Es gehe darum, eine Öffnungsperspektive für die Touristik einzufordern. Gute Konzepte lägen bereits vor. „Wir wollen möglichst viele touristische Partner integrieren, zum Beispiel auch Fremdenverkehrsämter, um zu zeigen, wie die Corona-Pandemie in anderen Ländern bekämpft wird“, sagt Franzen und verweist unter anderem auf Mallorca, wo seit kurzem Cafés, Restaurants und Bars ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen. 

Auch Veranstalter, Verbände und die Bustouristik soll mit ins Boot geholt werden, um größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen. „Zwar wissen wir nicht, ob wir auf die Gespräche von Bund und Ländern Einfluss nehmen können, aber wir müssen es zumindest versuchen“, sagt Franzen und bittet Unterstützer, sich per E-Mail bei den Organisatoren, etwa an jfranzen(at)reise-franzen.de, oder per Facebook zu melden. 
 

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