DRV-Reisebüro-Tag: Positive Buchungssignale

18. Mai 2021 Aus Von Gerlach

Die Buchungen und Anfrage in den Reisebüros ziehen endlich wieder an. Dies vermeldeten Branchenexperten auf dem Reisebüro-Tag des DRV, der heute in digitaler Form stattfindet. DRV-Präsident Norbert Fiebig bestätigte den rund 500 Teilnehmern: „Die Lust zu Reisen ist da. Das hören wir von den Reiseveranstaltern und Reisebüros.“ Gerade der Wegfall der Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus vielen Zielgebieten, der besonders für Familien wichtig sei, habe zu einem Buchungsplus geführt.

DRV-Vizepräsident Alexander Heimann vom DER erklärt: „Wir sehen etwas Licht am Ende des Tunnels.“ Bei seinen Büros ziehe Nachfrage ebnafalls deutlich an. Aktuell würden sich die Neubuchungen fast auf dem Niveau von 2019 bewegen. „Uns fehlt aber das große Volumen der ersten Monate“, sagt Heimann.

Kunden sind reisewillig, aber verunsichert
Die wachsende Nachfrage bestätigt auch der Datendienstleister Travel Data + Analytics (TDA): Seit Kalenderwoche 19 seien die Buchungen sprunghaft angestiegen. Die Neubuchen haben ein Niveau von 70 Prozent vom Sommer 2019 erreicht. Zudem würden auch kurzfristige Buchungen für den Sommer 2021 eingehen.

Laut TDA entfielen aber 54 Prozent der Umsätze, die im April gebucht wurden, auf Reisen im Herbst oder später. „Es herrscht eine große Verunsicherung bei den Kunden“ berichtet Alexandra Weigand, TDA-Verkaufsdirektorin.

Blickt man auf die Buchungen der vergangenen Wochen und Monaten zurück, ist die Lage dramatisch. Die TDA-Zahlen zeigen, dass Ende April die Branche ein Minus von 82 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 aufwies. Besonders hart betroffen ist das Segment Fernreisen mit einem Minus von 87 Prozent. Erdgebundene Reisen lagen bei einem Minus von 80 Prozent und der Bereich Kreuzfahrten musste einen Rückgang von 65 Prozent hinnehmen.

Sommer wird ein Deja-vu
Für Martin Katz, Eigenanreise-Chef bei FTI, wird der kommende Sommer ein Deja-vu-Erlebnis bieten: „Wenn wir jetzt zurückblicken, hatten wir im Mai 2020 die gleiche Ausgangslage. Erdgebundene Reisen sind jetzt wieder möglich.“ Das Buchungsminus von 80 Prozent ist für ihn „erschreckend“. Doch die Realität sei, dass man kein Wintergeschäft hatte. „Wir starten jetzt die Aufholjagd“, hofft Katz.

Erdgebundenen Reisen werden laut dem FTI-Manager immer wichtiger – gerade für die Reisebüros. „Das Informationsdefizit der Kunden ist hoch, die Büros können es ausgleichen und davon profitieren. Diese Chance muss genutzt werden“, fordert Katz.

Die Corona-Pandemie habe dazu geführt, erdgebundene Reise im stationären Vertrieb zu etablieren. „Früher war der Bereich für Veranstalter und Reisebüros nur ein Ergänzungsprodukt. Jetzt gehört es zum Kernsortiment“, so der FTI-Experte. Katz berichtet, dass es aktuell das nachfragestärkstes Produkt ist.

Am Nachmittag geht es beim Reisebüro-Tag des DRV unter anderem um die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wie etwa die Überbrückungshilfen.

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