DRV bereitet Klage gegen Bundesregierung vor

5. November 2020 Aus Von Gerlach

Der Deutsche Reiseverband (DRV) kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung, Reisebüros, Reiseveranstalter und touristische Dienstleister beim November-Hilfspaket zur Umsatzerstattung nicht zu berücksichtigen, als „politisch unterlassene Hilfeleistung“. Dagegen wolle man nun klagen, teilt der Verband mit.

„Wenn Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmaier Spielhallen, Wettbüros und Bordelle unterstützen und zugleich die Reisewirtschaft fallen lassen, ist ihnen der finanz- und wirtschaftspolitische Sachverstand abhandengekommen“, so der DRV.

Die „instinktlose Entscheidung der Bundesregierung gegen die Reisewirtschaft“ sei ein Fehler, der umgehend revidiert werden müsse. Das sei Aufgabe von Thomas Bareiß, der sich in seiner Funktion als Tourismusbeauftragter eine derart gegen die von ihm zu vertretenden Interessen getroffene Entscheidung nicht gefallen lassen könne, heißt es vom Verband. „Wir erwarten von ihm, dass er deswegen umgehend bei seinem Minister und der Bundeskanzlerin vorstellig wird, um dies korrigieren zu lassen.“

Die Reisewirtschaft, die – wie der DRV betont – die Bundesregierung während der ersten Corona-Welle tatkräftig bei der Rückholung von über 160.000 Urlaubern nach Deutschland unterstützt habe, erwarte eine faire und gleiche Behandlung der vom Lockdown betroffenen Branchen. Nach Angaben des DRV musste die Touristik in diesem Jahr Umsatzeinbußen von rund 28 Milliarden Euro Umsatz hinnehmen, die durch die bisherigen Hilfsprogramme nur zu einem kleinen Teil ersetzt worden seien.

Die Entscheidung, die Branche vom aktuellen Hilfspaket auszunehmen, betrachtet der DRV als „Schlag ins Gesicht für die 11.000 Reisebüros, die mehr als 2.300 Reiseveranstalter und die vielen Tausend touristischen Dienstleister, den wir uns nicht gefallen lassen.“

 
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