Digitalisierung: Schnell sein bei der Förderung

14. Mai 2021 Aus Von Gerlach

Wer sein Reisebüro digitaler und damit zukunftsfähiger aufstellen möchte, sollte mit der Umsetzung nicht mehr allzu lange warten. Denn die Überbrückungshilfe III, in der bis zu 20.000 Euro für Fördermaßnahmen im Bereich Digitalisierung vorgesehen sind, läuft Ende Juni aus. „Ich gehe davon aus, dass es eine Überbrückungshilfe IV geben wird – was genau damit gefördert wird, weiß man zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht“, sagt Michael Faber vom Netzwerk Tourismuszukunft, der am vergangenen Mittwoch gemeinsam mit touristik aktuell und weiteren Partnern den so genannten „Digi Day“ für Reisebüros veranstaltet hat.

Im dem dreiteiligen Webinar ging es zum einen um das Thema „Digitalisierung und Online-Vermarktung“, zum anderen um eine zeitgemäße Website-Gestaltung, die auch auf mobilen Endgeräten gut funktioniert. Zudem stellte sich das Unternehmen Adigi vor, das einen digitalen Assistenten entwickelt hat, der vollautomatisch Kundenwünsche erkennt, passende Angebote im Bereich Pauschalreise erstellt und so im besten Fall Buchungen generiert.

Arbeit dauerhaft erleichtern
Im Mittelpunkt der Online-Schulung stand immer wieder der Hinweis auf die staatliche Förderung für die Digitalisierung von Unternehmen. „Natürlich kann man sich für das Geld einfach ein paar schicke neue Geräte anschaffen, viel wichtiger ist es aber wahrscheinlich für die meisten, sich insgesamt besser online zu präsentieren und digitale Tools zu nutzen, die einem die Arbeit auf Jahre hinaus erleichtern und Kunden ans Reisebüro binden“, so Alexander Mirschel von Tourismuszukunft, der gemeinsam mit Faber durch den ersten Teil des Webinars führte. Gefördert werden neben der Anschaffung von Hard- und Software auch Weiterbildungen im Bereich Online-Marketing, Social Media und Daten-Management sowie konkrete Umsetzungen im Form von neuen Websites oder intelligenten Buchungs-Tools.

Was Faber und Mirschel immer wieder betonten: Es ist sinnvoll, die Gelder in einem Monat zu beantragen, in dem der Vergleich zum Vor-Corona-Zeitraum möglichst schlecht ausfällt. Denn nur wer einen Umsatzrückgang von mehr als 70 Prozent belegen kann, erhält die volle Fördersumme von 20.000 Euro. Sollte das Geschäft im Juni wie gehofft wieder deutlich anziehen, wirkt sich das demnach negativ auf den staatlichen Zuschuss aus. Ebenso raten die beiden dazu, sich auch die Fördertöpfe der Bundesländer genau anzuschauen. Hier gibt es zusätzlich zu den Bundesmitteln weitere Möglichkeiten, sich digitale Projekte finanzieren zu lassen.

Ziegruppen im Blick behalten
Generell sollten Reisebüros auf vielen unterschiedlichen Kanälen präsent sein, empfehlen die beiden Profis – aber jeweils nur auf solchen, die auch die Zielgruppe im Blick haben. Wer vornehmlich auf Jüngere abzielt, sollte beispielsweise Snapchat nicht außer Acht lassen, Ältere sind dort eher nicht anzutreffen. „Und wenn man viele Single-Reisen verkauft, ist Tinder vielleicht eine gute Idee – für Honeymoon-Reisen eher nicht“, so Mirschel. Auf jeden Fall sollte im Zentrum der Vermarktung immer noch die eigene Internet-Seite stehen – denn hier kann im Gegensatz zu Social Media auch tatsächlich gebucht werden.

Das Webinar mit allen Präsentationen und nützlichen Links der Partner Netzwerk Tourismuszukunft und Adigi kann man sich auch nachträglich in voller Länge auf der Facebook-Seite von touristik aktuell anschauen. Einen ausführlichen Bericht gibt es in der gedruckten Ausgabe 21-22/2021.
 

 
 
 
 
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