Bundestag stimmt Gutscheinlösung zu

2. Juli 2020 Aus Von Gerlach

Die Gutscheinlösung für Pauschalreisen ist beschlossene Sache. Am Donnerstag stimmte der Bundestag dem Gesetzentwurf der Regierung zu, wonach Reiseveranstalter die Möglichkeit bekommen, bei Reiseabsagen aufgrund der Corona-Pandemie den Kunden einen Gutschein im Wert der Vorauszahlungen anzubieten. Kunden sollen aber nicht verpflichtet werden, diese anzunehmen. Zum Schutz der Verbraucher sollen die Gutscheine vom Staat gegen eine mögliche Insolvenz des Veranstalters abgesichert werden. 

Für Aufregung in der Branche sorgt ein Änderungsantrag zum Gesetzentwurf, den die schwarz-rote Koalition quasi in letzter Minute noch eingebracht hat. Danach soll die Bundesregierung von Veranstaltern, die Reisegutscheine ausgeben, für die staatliche Absicherung der Gutscheine eine Garantieprämie verlangen können. „Nach der Methode, Unwirksames soll teurer werden, zeigt die Koalition eindrucksvoll, dass sie die riesigen wirtschaftlichen Herausforderungen der Reisewirtschaft nach wie vor offensichtlich nicht verstanden hat“, kritisiert DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Aber auch grundsätzlich hält der Reiseverband die Gutscheinlösung für unzureichend. „Gutscheine finden kaum Anklang beim Kunden – lediglich 10 bis 20 Prozent der Verbraucher akzeptieren sie“, berichtet Fiebig. Aber die Koalition tue so, als sei das Liquiditätsproblem mit den Gutscheinen jetzt gelöst. „Die Bundesregierung ist auf dem besten Weg, die bisher überaus leistungsfähige und effiziente Reisewirtschaft in dieser dramatischen Situation noch weiter zu schwächen“, moniert der DRV-Chef, der seine Forderung nach einem staatlich abgesicherten KFW-Kredit für die Rückzahlung von Kundengeldern erneuert.

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