Breaking News: Iran greift US-Ziele im Irak an

8. Januar 2020 Aus Von Gerlach

Als Vergeltung für die gezielte Tötung von General Soleimani hat der Iran die US-Truppen im Irak angegriffen. Von einem “Schlag ins Gesicht der USA” sprach Ajatollah Khamenei. Trump sieht das offensichtlich anders.

Neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Als Vergeltung für die Tötung von General Kassem Soleimani hat Teheran in der Nacht zwei US-Ziele im Irak attackiert. “Mehr als ein Dutzend” ballistische Raketen seien vom Iran aus auf Stützpunkte abgefeuert worden, die von amerikanischen Truppen genutzt würden, teilte ein Pentagonsprecher mit.

In einer ersten Einschätzung sprach ein US-Regierungsvertreter von einem relativ glimpflichen Ausgang der Attacken, Präsident Donald Trump twitterte: “Alles ist gut!”. Er will sich in Kürze äußern. Regierungskreisen zufolge liegen keine Informationen über Opfer vor.

“Schlag ins Gesicht der USA”

Das iranische Staatsfernsehen meldete hingegen, “80 amerikanische Terroristen” seien bei den Raketenangriffen getötet worden. Insgesamt seien 16 Geschosse abgefeuert worden, sie seien nicht abgefangen worden. Der Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad sei “vollständig zerstört” worden. Der Angriff mit ballistischen Boden-Boden-Raketen auf die “von den Amerikanern besetzte Basis sei in jeder Hinsicht ein voller Erfolg”. 100 weitere Ziele in der Region seien im Visier, wurden die Revolutionsgarden zitiert. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gibt es nicht.

Die vergangene Nacht sei ein “Schlag ins Gesicht” der USA gewesen, sagt das geistliche und staatliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Khamenei. Die US-Truppen müssten die Region verlassen. “Die USA sind der Feind des Irans.” Ähnlich hatte sich zuvor auch Generalstabschef Mohammad Bakeri im iranischen Staatsfernsehen geäußert. Präsident Hassan Rouhani wird laut Staatsfernsehen im Laufe des Tages eine Rede zu den Angriffen auf US-Ziele halten.

Laut CNN waren die im Irak stationierten US-Soldaten vor dem iranischen Raketenangriff gewarnt. Dank eines frühzeitigen Alarms hätten diejenigen im Gefahrenbereich Zeit gehabt, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-Militärs.

Iranische Raketen treffen US-Standorte im Irak
tagesschau 09:00 Uhr, 08.01.2020, Verena Bünten, ARD Washington

Video einbetten

Operation “Märtyrer Soleimani”

Die iranischen Angriffe hatten in der Nacht begonnen. Das Staatsfernsehen meldete: Die Luftwaffenbasis Ain al-Assad, in der US-Soldaten stationiert sind, sei von mehreren Boden-Boden-Raketen getroffen worden. Umgesetzt worden sei die Operation “Märtyrer Soleiman” von der Luftfahrt-Einheit der Revolutionsgarde, die das iranische Raketenprogramm verantwortet.

Der Stützpunkt Ain al-Assad befindet sich in der westirakischen Provinz Anbar. Sie wurde erstmals von den US-Streitkräften nach der Invasion 2003 genutzt, bei der damals der Diktator Saddam Hussein gestürzt wurde. Später wurden dort US-Truppen für den Kampf gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” stationiert. Aktuell sind 1500 Soldaten in Ain al-Assad untergebracht, darunter internationale Kräfte der Anti-IS-Koalition.

Bundeswehrsoldaten in Erbil “wohlauf”

Neben dem Stützpunkt Ain al-Assad war nach Pentagonangaben auch eine Basis in Erbil in der halbautonomischen kurdischen Region im Norden Iraks Ziel der iranischen Raketenangriffe. In Erbil sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. “Wir stehen in Kontakt mit den Soldaten. Den Soldaten geht es gut”, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden.

In dem nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz. Sie haben ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die Bundeswehr ist im Irak als Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS). Insgesamt sind etwa 400 Soldaten im Einsatz, die meisten davon auf der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak. Von dort wird auch das deutsche Kontingent geführt.

Teilt uns