Branche kritisiert fehlende Öffnungsperspektive

23. März 2021 Aus Von Gerlach

Der bundesweite Corona-Lockdown geht in die Verlängerung und die Touristikbranche ist erwartungsgemäß erzürnt. Nach dem gestrigen Bund-Länder-Beschluss bleibt die Kritik nicht aus. So bezeichnet der Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) den Beschluss ohne Öffnungsperspektive als „äußerst ernüchternd“. ‘

BTW-Generalsekretär Michael Rabe meint: „Null erkennbare Öffnungsperspektive, stattdessen das weitere klare Abraten vom Reisen – dieser Beschluss vergrößert einmal mehr die Existenzängste wie auch den Frust in den Betrieben der Tourismusbranche.“ Die Fortschreibung des touristischen Lockdowns und die weiterhin negative Positionierung der Politik zum Thema Reisen seien mehr als unbefriedigend.

„Nach mehr als einem Jahr Pandemie ist es erschreckend, dass die Bund-Länder-Runde nach wie vor keinerlei Ideen jenseits von ‚Auf oder Zu‘ entwickelt hat – und sich in Sachen Tourismus im Wesentlichen auf ‚Zu‘ beschränkt“, so der BTW-Verantwortliche. Rabe fordert unter anderem ein deutlich schnelleres Impfen und deutlich mehr Tests.

 

Testpflicht keine dauerhafte Lösung

DRV-Präsident Norbert Fiebig begrüßte heute in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass die im Vorfeld diskutierte Quarantänepflicht für Reiserückkehrer nicht umgesetzt wurde. Die dafür eingeführte Testpflicht für Rückkehrer (mehr dazu hier) hält Fiebig für vertretbar. Eine dauerhafte Lösung, gerade für Urlauber in Nichtrisikogebieten, könne dies aber nicht sein.

Der deutsche Ferienhausverband indes bezeichnet die Beschlüsse als „erneuten Schlag ins Gesicht für Ferienhausanbieter in Deutschland“. Man sei bestürzt ob der Beschlüsse des gestrigen Corona-Gipfels. Die Politik sei der Branche einmal mehr eine Perspektive schuldig geblieben.
 

Lebensbedrohliche Folgen für Tourismusbranche

Marcel Klinge, der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, ist ebenfalls entsetzt: „Ich bin fassungslos über das planlose Krisen-Management der Bundesregierung.“ Für besonders stark betroffene Wirtschaftsbranchen wie den Tourismus habe diese „notorische Konzeptlosigkeit“ lebensbedrohliche Folgen. Den Tourismus sperre man rigoros zu, nehme insbesondere den vielen kleinen und mittleren Betrieben und ihren Mitarbeitern jegliche Perspektive und liefere dafür keine nachvollziehbare Erklärung.

Klinge legt nach: „Die Bundesregierung hat die Erwartungen der Reisebranche massiv enttäuscht, dass der gestrige Gipfel endlich ihre überzeugenden Hygienekonzepte honoriert und Perspektiven aufzeigt.“ Die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts, dass Reisen kein Pandemietreiber ist, werde fortgesetzt ignoriert. Das Schicksal von drei Millionen Menschen im Tourismus liegt nach den Worten des FDP-Politikers weiter auf der langen Bank, die Gefahr von Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten steigt mit jedem Tag massiv an, wenn Betriebe überhaupt nicht planen können und kein Licht am Ende des Tunnels sehen.

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