Autofrei wandern in Salzburg: fünf machbare Hüttentouren

Autofrei wandern in Salzburg: fünf machbare Hüttentouren

20. März 2022 Aus Von Gerlach

Hinein in die wilde Schönheit der Natur – und dafür mit dem Auto anreisen? Es gibt eine verträglichere Option: Autofrei wandern. Das benötigt zwar ein paar Minuten mehr Vorbereitung, schont aber die Umwelt und ist pures „slow travel„. Wer einmal damit angefangen hat, der merkt bald: Ziemlich viele Bergtouren und Hüttenwanderungen sind mit Zug und Bus gut erreichbar. Weil das Bundesland Salzburg mit 1.800 Almhütten (davon sind 550 bewirtschaftet) die höchste Hüttedichte hat, gibt’s hier fünf erprobte Tipps für’s Wandern ohne Auto im Salzburger Land.

Autofrei wandern in Salzburg Tipp #1:
Die Werfener Hütte

Wandern ohne Auto_Werfener Huette
Autofrei wandern – bis hinauf zur Werfener Hütte

Der auf rund 900 Meter Seehöhe gelegene Ort Werfenweng ist ein Wanderparadies, das ganz leicht ohne Auto zu erobern ist. Autofrei wandern in Salzburg geht hier so: Mit dem Zug nach Bischofshofen. Ab Wien fährt der Railjet in rund vier Stunden nonstop durch. Ab Salzburg sind auch andere Züge oder die S-Bahn nach Pfarrwerfen möglich. Abgeholt wird man vom ortseigenen Shuttleservice direkt am Bahnhof in Pfarrwerfen. Die Strecke vom Bahnhof zum gewünschten Ausgangspunkt in Werfenweng, dem Parkplatz Wengerau, kostet nur ein paar Euro pro Person. Voranmeldung ist allerdings nötig.

Von der Wengerau in Werfenweng geht es in eineinhalb bis zwei Stunden auf die Elmaualm (1.513 m), die von einem Verein bewirtschaftet wird. Vorschlag: Dort im Lager übernachten und am nächsten Tag eine gute weitere Stunde auf die Werfener Hütte (1.969 m) marschieren. Oder gleich ohne Zwischenstopp hinauf zur Werfener Hütte, um dort zu übernachten. Die Wanderung am besten so legen, dass man mit Sonnenuntergang oben ankommt. Auch früh aufzustehen zahlt sich aus: Morgens ist das Tal in dichten Nebel gehüllt und man schaut der Sonne beim Aufgehen zu.

Autofrei wandern in Salzburg Tipp #2:
Der Almenrundweg in Rußbach

Autofrei wandern_Rinnbergalm
Die Rinnbergalm bei Russbach ist ganz ohne Auto erreichbar.

Rußbach am Pass Gschütt ist ein verschlafenes Nest, umgeben von grandiosen Bergen. Wer autofrei wandern will, hat hier die Qual der Wahl: In der Ortsmitte türmen sich die gelben Wegschilder regelrecht übereinander, weil in alle Himmelsrichtungen Pfade angeschrieben sind. Anfahrt: Mit dem Zug bis zum Bahnhof Golling (ab Wien direkt in etwas mehr als drei Stunden). Dort steigt man in den Postbus nach Rußbach um. Eine öffentliche Toilette, einen Tante-Emma-Laden und ein Gasthaus sind mittem im Ort anzufinden, um noch das Nötigste zu erledigen oder besorgen.

Der Almenrundweg kann direkt von der Bushaltestelle im Ortszentrum gestartet werden. Er führt von der Traunwandalm (1.330 Meter) über die Angerkaralm (1.415 Meter) bis zur Rinnbergalm (1.239 Meter). Dauer des Rundwegs: rund vier Stunden. Der Blick fällt dabei immer wieder auf die wilden Zacken des Gosaukamms. Wer nicht den ganzen Weg gehen will oder kleinere Kinder dabei hat, marschiert einfach nur auf der breiten Schotterstraße auf die Rinnbergalm und wieder zurück. Auf der Rinnbergalm selbst laden ein paar bewirtschaftete Almhütten zur Einkehr ein.

Autofrei wandern in Salzburg Tipp #3:
Die Gruberalm in Hintersee

Autofrei Wandern_Gruberallm
Eine kurze autofreie Wanderung führt zur Gruberalm bei Hintersee.

Diese autofreie Wanderung führt in die Osterhorngruppe und lässt sich relativ gut mit einem Badetag verbinden: Mit dem Zug nach Salzburg Hauptbahnhof (ab Wien nonsstop in zweieinhalb Stunden). Von dort aus weiter mit dem Postbus nach Hintersee. Im kleinen Ort gibt es ein überraschend umfangreiches Puppenmuseum, das einen Abstecher wert ist. Die Wanderung zur Gruberalm beginnt am Schotterplatz Lämmerbach und dauert nur eine knappe Stunde. Wer öffentlich anreist, muss die rund 3,5 Kilometer zum Ausgangspunkt zu Fuß zurücklegen.

Die Gruberalm liegt in einer Art Gebirgskessel und bietet einige Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Beliebt sind zum Beispiel die größere Grubenbachhütte (1.036 Meter) oder die kleine, urige Mayerlehenhütte. Von der Gruberalm aus kann man zum Beispiel auf die Genneralm oder das Gruberhorn weiterwandern. Nach dem Abstieg gehts mit dem Bus zurück nach Hintersee, wo man sich im See abkühlen kann. Auch der Fuschlsee ist nicht weit.

Autofrei wandern in Salzburg Tipp #4:
Von Sportgastein auf die Hagener Hütte

Autofrei wandern im Sportgastein
Am Weg zur Hagener Hütte in der Goldberggruppe

Ins Gasteinertal kommt man aus ganz Österreich bequem und schnell, und zwar ganz ohne Auto: Der Railjet bleibt in Bad Gastein stehen. Von dort aus schraubt sich der Postbus hinauf ins weitläufige, grüne Sportgastein – auch Nasssfeld genannt. Spaziergeher und Spaziergeherinnen kommen in Sportgastein genauso auf ihre Kosten wie Bergbegeisterte. Man stolpert aus dem Bus in eine Heidi-mäßige Almidylle: Auf den Almenwiesen grasen bis in den Herbst hinein Kühe. Urige Hütte, etwa die Pottinger Hütte, laden zur Einkehr mit hausgemachten Produkten ein.

Eine besonders lohnende Wanderung führt hinauf zur Hagener Hütte in der Goldberggruppe der Hohen Tauern: Von der Busstation in Sportgastein ist der Weg mit rund vier Stunden angeschrieben. Erst einmal wander man eine ganze Weile geradeaus, dann quert man einen Bach und kommt am Talschluss an. Ab jetzt geht es erst recht steil bergauf, später wird es flacher. Je weiter man nach oben kommt, desto karger und mondartiger wird die Landschaft. Wer auf der auf 2.446 Meter hoch gelegenen Hagener Hütte übernachtet, wandert am nächsten Tag entweder zurück, zu einer Nachbarhütte oder nach Mallnitz.

Autofrei wandern in Salzburg Tipp #5:
Vom Bluntautal aufs Stahlhaus

Autofrei wandern in Salzburg
Ausblick vom Stahlhaus, Berchtesgadener Alpen

Während das Carl-von-Stahlhaus von deutscher Seite her mit der Jennerbahn relativ leicht erreichbar ist, braucht man von der Salzburger Seite etwas Durchhaltevermögen: Das Alpenvereinshaus liegt auf 1.736 Meter Höhe in den Berchtesgadener Alpen. Wandersleute, die bewusst autofrei unterwegs sind, fahren mit dem Zug nach Golling (hier bleibt auch der Railjet stehen). Weiter geht es mit dem Rad oder zu Fuß bis ins wenige Kilometer entfernte, beschauliche Bluntautal. Und hier in rund einer Stunde bis zum Talschluss.

Vom Ende des Bluntautals sind es noch einmal mindestens viereinhalb Stunden bis zum Stahlhaus. Der Weg führt steil bergauf durch einen Wald zur Unterjochalm und weiter zur idyllischen Oberjochalm. Im Sommer gibt es dort hausgemachten Kuchen, selbst gerührte Butter und Almkäse. Am Stahlhaus angekommen, lädt eine große Sonnenterrasse dazu ein, innezuhalten und das Bergpanorama zu genießen. Übernachten kann man hier bis spät in den Herbst hinein, solange kein Schnee liegt. Die Hütte ist nämlich ganzjährig geöffnet. Für den nächsten Tag bietet sich die recht steile Tour auf den 2.276 Meter hohen Schneibstein an.

 

Lust auf Wandern ohne Auto bekommen?
Hier geht’s zu den Tipps und Tourvorschlägen der Naturfreunde für autofreies Wandern in Österreich.

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