Aldiana: Mit DER Touristik expandieren

28. September 2020 Aus Von Gerlach

Auch im Sommer 2021 können Touristiker entscheiden, ob sie die Aldiana-Anlagen direkt beim Clubanbieter, bei DER Touristik oder bei Schauinsland-Reisen buchen können. Während bei Schauinsland die Provision ab Winter schon feststeht, kann Aldiana die neuen Provisionsstaffeln noch nicht bekanntgeben. Hintergrund ist, dass Aldiana darauf wartet, dass der Kauf durch DER Touristik vom Kartellamt genehmigt wird. Das zieht sich hin, denn auch das Kartellamt ist in Kurzarbeit.

Ansonsten ist Geschäftsführerin Stefanie Brandes extrem froh und erleichtert, dass mit DER Touristik ein „Gesellschafter 50 Prozent gekauft hat, der sich touristisch gut auskennt und an Aldiana glaubt.“

Ein Jahr Krisenmodus

Seit dem Crash des Reisekonzerns Thomas Cook, dem 42 Prozent an Aldiana gehörte, ist Brandes im Krisenmodus. Nur dem Vertragspassus, dass dem jeweils anderen Vertragspartner ein Vorkaufsrecht einräumte, ist es zu verdanken, dass Aldiana nicht im Cook-Strudel unterging. Der Schweizer Investor LMEY kaufte die 42 Prozent, hielt eine Zeit lang die kompletten 100 Prozent und verkaufte im Juli die Hälfte an den touristischen Partner DER Touristik.

Die Monate zwischen der Corona-bedingten Schließung der Clubs im März und dem Verkauf im Juli waren eine Achterbahnfahrt für Brandes. „Wir wussten einfach nicht, schaffen wir es oder gehen wir insolvent.“ Die Eröffnung des ersten Clubs, des Aldiana Salzkammergut Ende Mai, nennt sie einen „Segen“.

Das dabei strenge Hygieneregeln eingehalten werden, die Material- und Personalkosten extrem steigen lassen, ist selbstverständlich, „schließlich wolle man weiter existieren.“ Und wichtig sei, den Gast über die Maßnahmen zu informieren. „Informationen sind das neue Marketing“, so die Clubexpertin.

Mit den erzielten Preisen und der gestiegenen Auslastung in den drei österreichischen Clubs Salzkammergut, Ampflwang und Hochkönig ist die Aldiana-Chefin zufrieden. Diese drei Anlagen hatten bereits früh wieder geöffnet und empfangen immer noch Gäste.

Bei den Strandclubs ist die Lage differenzierter

Kreta, Zypern und die im vergangenen Jahr eröffnete Anlage Calabria gehen die nächsten Wochen in die Winterpause, Zypern wird zudem ab 2021 als Robinson-Club angeboten. Die drei spanischen Clubs Andalusien, Costa del Sol und Fuerteventura wurden wegen der Reisewarnung nach etwa zwei Monaten wieder geschlossen. Nur für Fuerteventura besteht die Chance, noch in diesem Jahr Gäste zu empfangen.

„Wir brauchen Fuerteventura für den Winter“, so Brandes über den einzigen Strandclub, den sie eventuell in der kalten Jahreszeit anbieten kann. Denn mit Djerba bleibt die zweite Anlage, die normalerweise die Liquidität in der kalten Jahreszeit verbessert hätte, dieses Jahr komplett geschlossen.

Von zehn Anlagen sind derzeit noch sechs offen, im Winter dann drei oder vier. Zu den vorrangigen Aufgaben von Brandes gehört es also, gemeinsam mit dem Partner DER Touristik neue Jahresjahresclub zu eröffnen. Erste Gespräche auf der Flugnahstrecke werden laut Brandes geführt, spruchreif ist noch nichts. Vielleicht werden auch bestehende Anlagen der DER-Touristik-Marke Calimera in die Premiummarke Aldiana umgewandelt. Auch diese Info wird erst kommen, wenn das Kartellamt dem Deal zugestimmt hat.

 
 
 
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