Aktionsbündnis: Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel

26. April 2021 Aus Von Gerlach

Mit einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt auf das neue Infektionsschutzgesetz reagiert. Darin kritisieren die 28 im Bündnis vertretenen Branchenverbände „die anhaltende politische Inkonsequenz und Inkonsistenz, die der Tourismusbranche seit Monaten ein beispielloses Opfer abverlangt und zahlreiche Existenzen gefährdet“. Darüber hinaus zeigen sich die Vertreter der Verbände Gesprächsbereitschaft im Hinblick auf ein Öffnungskonzept und eine wirtschaftliche Perspektive. 

Die Vertreter des Bündnisses beklagen vor allem mangelndes Vertrauen. „Trotz funktionierender Hygienekonzepte und trotz Testmöglichkeiten bleibt der Tourismus weitgehend geschlossen“, heißt es in dem Brandbrief. Das gelte selbst für kontaktarmes Reisen. Ein Ferienhausaufenthalt auf Borkum sei ebenso wenig möglich wie Camping in Frankreich. „Die Politik ist offenkundig nicht bereit, der Tourismusbranche dieselben Möglichkeiten einzuräumen wie anderen Branchen, die mit Tests und Hygieneauflagen öffnen können. Wir können das mangelnde Vertrauen in unsere Branche nicht nachvollziehen.“ Das Aktionsbündnis weist auf Osterurlaub auf Mallorca hin und verdeutlicht, dass Reisen unter Sicherheitsauflagen sicher möglich und kein Pandemietreiber seien. Gleiches gelte für die Betriebe im Inland mit nicht minder guten Hygienekonzepten und Schutzmaßnahmen. 

Befürchtung: Menschen werden noch mehr in unkontrollierbaren, privaten Bereich gedrängt

Ebenso wenig könne man nachvollziehen, weshalb Gastronomie und Außengastronomie geschlossen blieben. Somit würden die Menschen noch mehr „in den unkontrollierbaren privaten Bereich gedrängt“.
 
Durch das Handeln der Politik sei die touristische Sommersaison „massiv“ bedroht. „Der Sommer ist der letzte Rettungsanker für viele Betriebe“, schreiben die Vertreter des Bündnisses. Die touristischen Unternehmen lebten von der Hochsaison von Juni bis September. Die in diesen Monaten entstehenden Gewinne seien „elementar für ihre Wirtschaftlichkeit“. Das Aktionsbündnis warnt davor, „dass viele Betriebe die kommenden Wochen schlichtweg nicht überstehen werden.“
 
Seine Forderung: Zunächst die kontaktarmen Beherbergungsformen und die Außengastronomie zu öffnen und im Schulterschluss mit der Touristik ein Öffnungskonzept mit der Branche abzustimmen. „Der Tourismus muss dafür genutzt werden, um Menschen in strukturierte Bereiche zu bringen“, appellieren die Vertreter des Aktionsbündnisses an die Bundespolitiker.
  

Source: https://www.touristik-aktuell.de/rss-feed/kategorie/nachrichten/rss.xml

Teilt uns